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18.02.2026: Anfrage «Wer soll einen Epic-Pilotversuch an der Spital Emmental AG bezahlen?»

Gemäss dem Vernehmlassungsvortrag zum Spitalversorgungsgesetz vom 11. Juni 2025 möchte der Regierungsrat sämtliche Spitäler mit Mehrheitsbeteiligung des Kantons Bern, mithin alle regionalen Spitalzentren, zum Anschluss an eine vom Inselspital betriebene, auf der US-amerikanischen Software Epic basierende digitale Gesundheitsplattform verpflichten.  Damit werde auch das Klinikinformationssystem, also Epic, vorgegeben. Erfahrungen hierzu sollen in einem Pilotversuch mit der Spital Emmental AG (SE AG) gesammelt werden.

Dem Vernehmen nach hat das Inselspital der SE AG inzwischen eine Offerte für Einführung und Betrieb von Epic gemacht. Die Offerte sei für die SE AG inakzeptabel teuer. Dies überrascht wenig:

  • In einem Bericht von Tamedia vom 11. Februar wurde publik, dass die Kosten für die Einführung von Epic am Inselspital massiv viel höher lagen als die bisher kolportierten 83 Mio. CHF.

  • In erwähntem Bericht wird die neue CEO des Inselspitals dahingehend zitiert, dass die Insel zurzeit 50 Prozent des Potenzials von Epic nutze.

Erstens handelt es sich bei Epic also um ein extrem teures Produkt. Zweitens nützt nicht einmal die Insel als Universitätsspital das Potenzial dieser Software. Der Schluss liegt nahe, dass Epic für ein Regionalspital ungeeignet ist, mithin aufgrund des Kosten-Nutzen-Verhältnisses.

Umso mehr fragt sich, warum der Pilotversuch vorangetrieben werden soll. Der Grosse Rat hat auf Antrag des Regierungsrats die Motion 200-2025 einstimmig überwiesen. Darin wird der Regierungsrat beauftragt, dafür zu sorgen, dass keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden, die die Einführung von Epic zu einem Sachzwang machen könnten. Die Einführung von Epic in der SE AG, auch im Rahmen eines Pilotversuchs, wäre, bezogen auf die SE AG, eine vollendete Tatsache.

Der Regierungsrat wird um Beantwortung folgender Fragen gebeten:

  1. Was ist der genaue Inhalt der Offerte des Inselspitals an die SE AG (Leistungen, Preis, beidseitige Verpflichtungen)?

  2. Mit welchem Betrag würde sich der Kanton Bern direkt oder indirekt (via Inselspital und/oder zeitlich verschoben) an erwähntem Pilotversuch bzw. an den Kosten für die Einführung von Epic an der SE AG beteiligen?

  3. Ist der Regierungsrat bereit, es zu unterlassen, einen Epic-Pilotversuch an der SE AG oder einem anderen Spital durch zusätzliche Gelder oder Dienstleistungen zu unterstützen, selbst wenn das bedeutet, dass kein Pilotversuch zustandekommt?


Titel: Wer soll einen Epic-Pilotversuch an der Spital Emmental AG bezahlen?

Art des Vorstosses: Überparteiliche Anfrage

Sprecher: Casimir von Arx

Weitere Urheber:innen (2): Manuela Kocher Hirt (SP), Samuel Kullmann (EDU)

Status der Bearbeitung & version française: siehe Website des Grossen Rates (falls dieser Direktlink nicht mehr funktioniert, bitte direkt auf der Seite des Grossen Rates unter www.gr.be.ch suchen; der Vorstoss trägt in der Systematik des Grossen Rates die Geschäftsnummer «2025.GRPARL.1501»)