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11.03.2026: Motion «Eine sichere GPT-Lösung für die Kantonsverwaltung und den Grossen Rat»

Antrag:

Der Regierungsrat wird wie folgt beauftragt:

  1. Der Regierungsrat beschafft eine datenschutzkonforme GPT-Lösung, die sich auch für die Bearbeitung sensibler Daten eignet.

  2. Die GPT-Lösung wird den Parlamentsdiensten und jenen Kantonsangestellten, die für ihre Arbeit einen adäquaten Nutzen daraus ziehen können, zur Verfügung gestellt.

  3. Die GPT-Lösung wird dem Grossen Rat für die Kommissionsarbeit zur Verfügung gestellt.

  4. Der Regierungsrat organisiert geeignete Schulungen für die GPT-Lösung.

  5. Nötigenfalls legt er dem Grossen Rat einen Kredit für die Umsetzung obiger Motionsziffern vor.


Begründung:

GPT(1)-Lösungen haben in den Arbeitsalltag vieler Berufstätiger Einzug gehalten. Sie können beispielsweise für textbasierte Arbeiten oder für Recherche in grossen Textkorpora effizienzsteigernd eingesetzt werden. Diese Möglichkeit soll auch der Kantonsverwaltung, den Parlamentsdiensten und dem Grossen Rat zur Verfügung stehen.

Eine besondere Herausforderung besteht dabei darin, dass der genannte Personenkreis oft mit sensiblen Daten arbeitet oder sensible Daten erzeugt. Darunter sind zum Beispiel vertrauliche Dokumente und personenbezogene Daten zu verstehen, aber auch die Eingaben (Prompts) und Gesprächsverläufe (Chats), die bei der Arbeit mit der GPT-Lösung entstehen. Dem muss bei der Wahl der GPT-Lösung Rechnung getragen werden.

GPT-Anwendungen, die für die private Verwendung verbreitet sind, wie ChatGPT, Google Bard oder gar Meta AI, erscheinen mit Blick auf das angestrebte Vertraulichkeitsniveau als ungeeignet. Stellt der Kanton seinen Mitarbeitenden aber keine geeignete GPT-Lösung zur Verfügung, besteht die Gefahr, dass sie bei ihrer Arbeit auf eigene Faust ungeeignete Lösungen wie die erwähnten verwenden und dadurch sensible Daten in die Hände Unbefugter gelangen.

Aus diesem Grund muss der Kanton eine sichere GPT-Lösung beschaffen(2) und denjenigen Mitarbeitenden zur Verfügung stellen, die für ihre Arbeit einen angemessenen Nutzen aus deren Einsatz ziehen. Auch die Mitglieder des Grossen Rates müssen für die Kommissionsarbeit auf eine sichere GPT-Lösung zurückgreifen können, um Dokumente zu bearbeiten, die dem Kommissionsgeheimnis unterstehen.

Eine GPT-Lösung auch für die Mitglieder des Grossen Rates ist unter anderem nötig, damit sie bei der Anwendung der GPT-Technologie gleich lange Spiesse wie die Kantonsverwaltung haben. Ebenso dürfte es auch im Sinne der Regierung und der Kantonsverwaltung liegen, wenn Grossratsmitglieder, die ein bestimmtes thematisches Anliegen haben, sich einfach einen Überblick über frühere Vorstösse und Debatten zu ihrem Thema verschaffen können, bevor sie selbst einen Vorstoss oder einen Antrag einreichen.

 

(1) GPT steht für «Generative Pretrained Transformer». Es handelt sich dabei um KI-basierte Sprachmodelle, die mit grossen Datenmengen trainiert werden und sodann neue Inhalte generieren können.

(2) Die Gemeinde Köniz hat bereits eine sichere GPT-Lösung im Einsatz: SwissGPT der Davoser Firma AlpineAI AG (https://alpineai.swiss/produkt/). Vgl. dazu das einschlägige Parlamentsgeschäft: https://www.koeniz.ch/public/upload/assets/23603/2025-11-03_T09_%20Einfuehrung%20SwissGPT%20in%20der%20Gemeindeverwaltung%20Koeniz%2C%20Kredit.pdf?fp=1.


Titel: Eine sichere GPT-Lösung für die Kantonsverwaltung und den Grossen Rat

Art des Vorstosses: Überparteiliche Motion

Sprecher: Casimir von Arx

Weitere Urheber:innen (9): Tamara Jost-Morandi (GLP), Daniel Arn (FDP), Samuel Kullmann (EDU), Carlos Reinhard (FDP), André Roggli (Die Mitte), Mathias Müller (SVP), Tabea Bossard-Jenni (EVP), Manuela Kocher Hirt (SP), Andrea de Meuron (Grüne)

Status der Bearbeitung & version française: siehe Website des Grossen Rates (falls dieser Direktlink nicht mehr funktioniert, bitte direkt auf der Seite des Grossen Rates unter www.gr.be.ch suchen; der Vorstoss trägt in der Systematik des Grossen Rates die Geschäftsnummer «2026.GRPARL.142»)