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08.12.2025: Motion «Köniz schöpft das Potenzial der Sport- und Freizeitanlage Weiermatt aus»

Antrag:

  1. Der Gemeinderat legt dem Parlament eine Machbarkeitsstudie über verschiedene Massnahmen zur besseren Nutzung des Gebiets der Sektoren A und B der ZöN 5/62 vor.

Der Machbarkeitsstudie untersucht mindestens folgende möglichen Massnahmen (der Gemeinderat kann weitere ergänzen):

  1. Auf dem Gebiet entlang der Bahnlinie werden Solarpanels installiert, die der Nutzung dieses Gebiets als Viehweide nicht entgegenstehen (Agri-Photovoltaik und/oder Agri-Solarthermie).

  2. Die Saison für die Benutzung des 50-Meter-Beckens wird verlängert, u. a. dank einer Traglufthalle.

  3. Die Badi Weiermatt wird so ausgestattet, dass sie ausserhalb der Badesaison sicher genutzt werden kann. Die Badi-Verordnung wird angepasst, so dass derartige Nutzungen gestattet sind.

  4. Vom Boden des Sprungbeckens bis zur Zehnmeterplattform wird ausserhalb der Badesaison eine Kletter- oder Boulderwand eingerichtet.

  5. Im Winter wird in einem Schwimmbecken eine Schlittschuhbahn installiert.

  6. Vorzugsweise im Sektor B wird eine Bogenschiessanlage gebaut.

  7. Im Sektor B wird als Erweiterung der Badi Weiermatt ein naturnaher Badeteich gebaut.

  8. Im Sektor B wird eine Turnhalle gebaut.

  9. Das Wellness-Angebot wird ausgebaut, vorzugsweise im Sektor B.

  10. Im Sektor B wird ein Hallenbad gebaut.

Zusammen mit der Machbarkeitsstudie legt der Gemeinderat dem Parlament ein Geschäft vor, mit welchem das Parlament den Gemeinderat mit der Weiterverfolgung der einzelnen Massnahmen beauftragen kann, sofern diese umsetzbar sind. Gilt die Machbarkeitsstudie als Bericht, braucht es kein separates Geschäft.


Begründung:

Die Parzellen 2020, 1477 und 8510 bilden die Sektoren A und B der Zone für öffentliche Nutzung (ZöN) 5/62 «Sport- und Freizeitanlage Weiermatt». Dort befindet sich die Badi Weiermatt. Sie wurde im Jahr 1967 gebaut und ist seit jeher ein Ort, wo sich Könizerinnen und Könizer aus der ganzen Gemeinde, jeglichen Alters und aus allen Teilen der Gesellschaft begegnen. Ebenso ist die Badi bei auswärtigen Gästen beliebt. Ihr heutiges Gesicht erhielt die Badi im Zuge des Umbaus im Jahr 1994. Seither wurden immer wieder einzelne Angebote ergänzt, zum Beispiel das Beachvolleyball-Feld (2014), die Hot Pots am Saisonende (seit 2022) oder das Sonnensegel beim Kleinkinderbecken (2023).

Dennoch hat die ZöN in den Sektoren A und B noch grosses ungenutztes Potenzial als Sport- und Freizeitanlage. So kann dort die Infrastruktur für weitere Sportarten oder für die Reduktion des Sportanlagendefizits bereitgestellt werden oder es können, ausserhalb der Badesaison und unabhängig vom Badibetrieb, kulturelle oder kommerzielle Nutzungen ermöglicht werden. Zudem besteht noch Verbesserungspotenzial in Bezug auf die Energieversorgung.

Diese Motion bezweckt, die Nutzung des Potenzials in die Wege zu leiten. Dazu soll in einem ersten Schritt eine Machbarkeitsstudie mit möglichen Massnahmen erarbeitet und dem Parlament vorgelegt werden. Darin sollen für jede Massnahme mindestens die technische Umsetzbarkeit, die raumplanerische Genehmigungsfähigkeit, die Umweltverträglichkeit, ggf. eine Zusammenarbeit mit Privaten und die Bedingungen für einen sicheren Betrieb geprüft, eine Kostenschätzung vorgenommen und ein Finanzierungsvorschlag gemacht werden. Bei den Massnahmen auf der Parzelle 1477 soll dargelegt werden, inwiefern die dortige Streuefläche integriert bzw. nachhaltig genutzt werden kann. Bei Massnahmen, die den Energieverbrauch steigern, soll aufgezeigt werden, wie diese aus erneuerbaren Quellen bereitgestellt werden kann. Das Parlament soll sodann die Möglichkeit erhalten, für alle oder einzelne der Massnahmen, sofern sie umsetzbar sind, als zweiten Schritt die Konkretisierung in Auftrag zu geben. Wenn es sich bei der Machbarkeitsstudie formell um einen Bericht handelt, kann die Beauftragung des Gemeinderats via Planungserklärungen erfolgen. In diesem Fall braucht es für den zweiten Schritt kein separates Geschäft.

Die Ziffern 6 bis 10 beziehen sich (vorzugsweise) auf Sektor B. Den Motionärinnen und Motionären ist bewusst, dass diese aus Platzgründen möglicherweise nicht alle zugleich umgesetzt werden können. Welche Massnahmen miteinander kombinierbar sind, kann im Rahmen der Machbarkeitsstudie dargelegt werden.

In der Könizer Immobilienstrategie wird festgestellt, dass der Bedarf an Sport-, Bewegungs- und Kulturräumen deutlich steigt und daher eine Weiterentwicklung der dafür geeigneten Anlagen angezeigt ist. Diese Motion leistet auch dazu einen Beitrag.

Zu Ziffer 1: Das steile Gebiet zwischen der Badi und der Bahnlinie wird heute als Schafweide genutzt. Zusätzlich eignet es sich zur Solarenergiegewinnung. Dadurch würde das Gebiet noch besser genutzt, und die Schafe würden zusätzlichen Schutz vor der Witterung erhalten. Die gewonnene Energie kann bspw. genutzt werden, um die Badi CO2-neutral zu betreiben und/oder die Badesaison zu verlängern. Die Mittel hierfür können der Spezialfinanzierung Klimaschutz entnommen werden. Weitere Standorte in den Sektoren A und B der ZöN 5/62 sollen ebenfalls geprüft werden.

Zu Ziffer 2: Eine Traglufthalle ermöglicht die Nutzung des 50-m-Schwimmbeckens auch bei kühlen Aussentemperaturen, wie sie ausserhalb der heutigen Badisaison vorherrschen. Damit würde auch der Zeitraum, in dem Schwimmkurse angeboten werden können, verlängert. Die Solaranlagen gemäss Ziffer 1 könnten Energie für den Betrieb der Traglufthalle beisteuern.

Zu Ziffer 3: Die Badesaison dauert in der Regel von Mitte Mai bis Mitte September. Während des Rests des Jahres ist die Badeanlage für die Bevölkerung nicht zugänglich und kann nicht für Badi-unabhängige Aktivitäten und Veranstaltungen genutzt werden. Unter anderem müssen, um dies zu ermöglichen, aus Sicherheitsgründen Vorrichtungen zur Absperrung der (tiefen) Schwimmbecken beschafft werden.

Zu Ziffer 4: Die Höhendifferenz vom Boden des leeren Sprungbeckens bis zum Zehnmeter beträgt rund 15 Meter. Damit eignet sie sich, allenfalls unter Zuhilfenahme eines Gerüsts, als Kletter- oder Boulderwand, an der man den Sprungturm von einer anderen Seite kennenlernen kann.

Zu Ziffer 5: Die Schwimmbecken der Badeanlage Weiermatt werden nach Ende der Badesaison geleert. Gerade das Tummelbecken erscheint geeignet für den Betrieb einer Schlittschuhbahn, allenfalls mit synthetischem Eis. Ein attraktives Angebot für die kalte Jahreszeit (vgl. Ziffer 3), welches zudem dem Restaurant zusätzliche Verdienstmöglichkeiten eröffnen würde.

Zu Ziffer 6: In der Gemeinde Köniz gibt es keine Bogenschiessanlage. Bogenschiessen ist eine umweltverträgliche Sportart, mit der Körper und Geist trainiert werden. Beim Bau einer Anlage ist darauf zu achten, dass Pfeile, die die Zielscheibe verfehlen, keine Gefahr für Dritte darstellen. Dies kann zum Beispiel durch die Ausrichtung auf einen Hang geschehen. Am südwestlichen Ende von Sektor B sind Hänge vorhanden.

Zu Ziffer 7: Ein Badeteich ist, gerade in der warmen Jahreszeit, eine begrünte Alternative zu den schon vorhandenen Schwimmbecken. Er kann naturverträglich ausgestaltet und in das Sumpfgebiet im nordöstlichen Teil der Parzelle 1477 integriert werden. Wird dafür genügend Platz zur Verfügung gestellt, kann auch die Wasseraufbereitung durch Pflanzen, Algen, Bakterien und Plankton auf natürliche Weise geschehen.

Zu Ziffer 8: Köniz hat ein Sporthallendefizit. Das ist ein Problem für Schulen und Sportvereine. Die Weiermatt ist mit verschiedenen Verkehrsmitteln gut erreichbar und befindet sich zudem in unmittelbarer Nähe des OZK und der Schule Buchsee. Sie eignet sich damit als Standort für eine Turnhalle.

Zu Ziffer 9: Mit den Hot Pots am Saisonende hat die Badeanlage Weiermatt während weniger Tage im Jahr bereits etwas Wellness im Angebot. Durch die Erweiterung des Angebots können neue Zielgruppen angesprochen werden. Hierfür besteht namentlich in Kombination mit Ziffer 10 relevantes Potenzial.

Zu Ziffer 10: Im Raum Köniz gibt es zu wenig Hallenbäder. In Köniz – abgesehen von dem kleinen Lehrschwimmbecken in Niederwangen – gar keines. Als etablierter Standort fürs Schwimmen in der warmen Jahreszeit ist die Weiermatt auch als Standort für ein Hallenbad prädestiniert.


Titel: Köniz schöpft das Potenzial der Sport- und Freizeitanlage Weiermatt aus

Art des Vorstosses: Überparteiliche Motion (EVP-GLP-Mitte-Fraktion, Lukas Erni)

Erstunterzeichner: Casimir von Arx

Weitere Unterzeichnende (20): Lukas Erni (Grüne), Arlette Münger (SP), Laura Hoffman (Junge Grüne), Klaus von Muralt (Grüne), Christina Aebischer (Grüne), Katja Streiff (EVP), Monika Röthlisberger (Grüne), Matthias Müller (EVP), David Müller (Grüne), Sara Gasser (Grüne), Christine Müller (Grüne), Mayra Faccio (Juso), Jutta Gubler-Kläne Menke (SP), Urs Mumenthaler (SP), Janka Hamm (SP), Sandra Röthlisberger (GLP), Roger Tanner (GLP), Roland Akeret (GLP), Andreas Hauser (GLP), Toni Eder (Die Mitte)

Status der Bearbeitung:

  • 08.12.2025: Die Motion ist eingereicht (Originaldokument, S. 1 ff.). Der Gemeinderat bereitet eine Stellungnahme zuhanden des Parlaments vor.
  • Hinweis: Falls obige Direktlinks nicht mehr funktionieren, bitte direkt auf der Seite des Gemeindeparlaments unter www.koeniz.ch suchen (der Vorstoss trägt in der Systematik des Gemeindeparlaments die Geschäftsnummer «V2542»).